DiY Anzuchttöpfe basteln – kostenlos & kompostierbar

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Gemüse selbst anzubauen liegt voll im Trend. Ob im Garten, Hochbeet oder Balkon, frisches Gemüse aus Samen zu ziehen macht nicht nur Spaß, es ist auch eine Bereicherung für Deine Küche.

Anzuchttöpfe basteln ist dabei ein Weg, Ressourcen nachhaltig zu Nutzen und Müll zu vermeiden.

Das mitunter etwas krumme Gemüse, besonders der alten Sorten, hat auch seinen ganz eigenen Charme. Es ist wesentlich aromatischer als die Vertreter aus dem Supermarkt und einfach frischer.

Erntefrisches Gemüse schmeckt nicht nur gut, es beinhaltet auch die geballte Kraft an Vitaminen und Mineralien und ist daher ideal für eine ausgewogene Ernährung.

Wenn Du Dein Gemüse selbst anbaust, hast Du alles in der eigenen Hand. Von der Düngung bis zum Pflanzenschutz, kommt nur das an und in Deine Pflanzen, was Du möchtest.

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Wie fängt man am besten an?

Wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen den Winter langsam verdrängen, ist es der richtige Zeitpunkt, sich um die Vorkulturen für die kommende Pflanzsaison zu kümmern.

Neben hochwertigem Saatgut, benötigst Du für die Anzucht eine nährstoffarme Anzuchterde und eben ein Behältnis, um die Samen vorzuziehen – einen Anzuchttopf.

Diesen musst Du aber nicht extra kaufen. Recycelbare Anzuchttöpfe und Schalen lassen sich aus Haushaltsmaterialien ganz einfach selbst basteln. Das schont die Umwelt und Deinen Geldbeutel.

Ich zeige Dir heute, aus welchen Materialien Du Deine DIY Anzuchttöpfe basteln kannst und diese zukünftig einfach selbst produzierst. Los geht’s.

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DiY Anzuchttöpfe basteln - Dieses Material eignet sich dafür

Küchen- & Klopapierrollen

Praktisch jeder hat sie zu Hause, die Papphülsen leerer Küchen- und Klopapierrollen. Landen sie bisher meist einfach im Altpapier, können wir ihnen aber noch eine weitere Nutzung als Anzuchttopf verleihen.

Das ist nicht nur nachhaltig sondern auch praktisch und schnell gebastelt.

Die Pappe besteht aus recyceltem Papier, ist biologisch kompostierbar, enthält keine nennenswerten Zusatzstoffe und bleibt auch im feuchten Zustand stabil.

Der wachsende Keimling kann später dann mitsamt Anzuchttopf einfach umgetopft werden. Das Pikieren entfällt und das Wurzelwerk bleibt intakt. Eingegraben im Erdboden, verrottet der Topf über die Zeit und löst sich häufig bereits bis zur Ernte auf.

Die Würmer freuen sich über die Abwechslung auf dem Speiseplan, hinterlassen feinsten Dünger und die Pflanzen wurzeln einfach und ohne großen Widerstand hindurch.

Anzuchttöpfe aus Klopapierrollen eignen sich besonders, wenn Du die wachsenden Keimlinge nicht mehr pikieren möchtest z.B. Zuckerschoten, Chilis und Tomaten.

So bastelst Du Anzuchttöpfe aus Klopapierrollen
  • Falte die Papprolle flach.
  • Schneid den Kern einer Küchenrolle in 4, den einer Klopapierrolle in 2 gleiche Teile.
  • Schneid die offenen Seiten gegenüber, insgesamt 4x, zu ca. 1/3 ein.
  • Öffne den Topf und falte die Laschen ins Innere ein.
  • Die Laschen sollten sich überlappen, dann steht der Topf stabil.
  • Jetzt nur noch mit torffreier Anzuchterde füllen.
  • Fertig ist Dein DIY-Anzuchttopf.

Eierkartons

Anzuchtschalen aus Eierkartons sind noch viel einfacher zu basteln. Schneide einfach den Deckel vom Unterteil ab und füll die beiden Hälften mit Anzuchterde. Fertig ist Deine Anzuchtschale aus Recyclingmaterial.

Für mehr Stabilität, kannst Du den Deckel als zusätzliche Unterschale verwenden.

Eierkartons eignen sich besonders für schnell keimende Gemüsesorten wie z.B. Mangold, Spinat und Radieschen. Wie bei den Papprollen, können Deine Keimlinge ebenfalls inklusive Anzuchttopf eingegraben werden.

Es ist empfehlenswert, die Anzuchtschalen auf einen Untersetzer zu stellen. So wird überschüssiges Gießwasser aufgefangen und die Pappe hat genügend Zeit die Feuchtigkeit aufzusaugen.

Anzuchttöpfe basteln aus Eierkartons und Klopapierrollen kostenlos und kompostierbar PilzWald MycoGreens
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Tetrapacks

Tetrapacks wie eine leere Milchpackung eignen sich ebenfalls gut für die Aussat von Gemüsesamen. Der Vorteil: sie sind wasserdicht und benötigen daher keine Unterschale, um das Gießwasser aufzufangen.

Dies ist gleichzeitig auch ein Nachteil, denn wenn das Wasser nicht ablaufen kann, bildet sich schnell Staunäße.

Dem kannst Du aber effektiv entgegenwirken. Mit Löchern im Boden kann das Wasser einfach abfließen. die Packung sollte dann aber auf eine Unterschale gestellt werden.

Alternative kannst Du auch unter der Anzuchterde eine Drainageschicht aus Blähton oder Lavasteinen einfüllen. So sammelt sich überschüssiges Wasser unter der Pflanzerde.

Und was ist mit Zeitungspapier?

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Zeitungspapier wird ebenfalls gerne für Anzuchttöpfe verwendet. So gibt es sogar eigene Holzpressen, um den Töpfe Form und Stabilität zu geben. Die Vorteile liegen auf der Hand, Zeitungspapier gibt es in fast jedem Haushalt und nach dem Lesen lässt sich kaum etwas damit anstellen.

Dennoch kann ich die Verwendung von Zeitungspapier für Anzuchttöpfe nicht wirklich empfehlen. Zum einen sind die gebastelten Töpfe wenig stabil: Sobald diese feucht werden, fallen sie häufig einfach wieder auseinander.

Zum Anderen mag ich die Idee nicht, mein selbst angebautes Gemüse in Papier mit Druckerschwärze und Tinte zu wickeln.

Zwar enthalten moderne Druckerfarben laut den Herstellern schon lange keine Schwermetalle mehr, dennoch basieren viele Farben auch weiterhin auf Erdölprodukten und enthalten Lösemittel wie Toluol.

Mir widerstrebt es daher einfach, auch nur kleinste Mengen unnötig in den Erdboden einzubringen.

Welche Erde ist für die Aussaat geeignet?

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Für die Anzucht von Gemüse und Pflanzen aus Samen nimmt man, wer hätte es gedacht, Anzuchterde. Aber warum gibt es spezielle Erde für die Anzucht, häufig auch als Kräutererde bezeichnet? Was macht diese Erde so speziell?

Grundsätzlich ist es möglich, die Pflanzen in praktisch jeder Erde vorzuziehen. Dennoch hat die Anzuchterde ihre Daseinsberechtigung. Warum? Das verrate ich Dir jetzt.

Im Gegensatz zu normaler Gemüse-, Garten- und Blumenerde, ist Anzuchterde wenig bis garnicht gedüngt. Wer sich jetzt fragt, Pflanzen brauchen aber doch auch Nährstoffe, der hat absolut recht!

Gemüse braucht Dünger, keine Frage. Doch der Zeitpunkt ist entscheidend. Das Samenkorn enthält für den Anfang mehr als genug Nährstoffe, um den Keimling und die Wurzeln sprießen zu lassen.

Ein gut verzweigtes Wurzelwerk ist wichtig für eine reichhaltige Ernte

Hier kommt die Anzuchterde ins Spiel: Der Trick bei der nährstoffarmen Anzuchterde liegt darin, dass die fehlenden Nährstoffe dafür sorgen, dass sich ein weit verzeweigtes Wurzelwerk bildet. Da die Nährstoffe nicht im Überfluss vorhanden sind, muss die Pflanzenwurzel aktiv nach diesen suchen und wächst länger, stärker verzweigt und kräftiger als in gedüngter Erde.

Hinzu kommt, dass Anzuchterde meist besonders locker ist, Wasser besonders gut speichert und den feinen Wurzeln das Wachstum erleichtert.

Anzuchterde ist also kein Muss bei der Anzucht aber sie kann helfen, kräftige Pflanzen zu züchten.

Beide Varianten mit und ohne Torf funktionieren gut für die Aussaat. Unterschiede bei der Keimung und Wachstum habe ich nie festgestellt. Klassisch und am weitesten verbreitet sind nach wie vor Anzuchterden aus Torf.

Mittlerweile hat sich jedoch einiges getan und auch renomierte Hersteller führen Anzucht- und Gemüseerden, welche gänzlich auf Torf verzichten.

 

Welche Erde soll ich wählen?

Persönlich setze ich immer auf eine torffreie Alternativerde. Warum?

Der Abbau von Torf greift massiv in die Ökologie unserer Moore ein. Beim Abbau werden diese erst großflächig entwässert, abgetragen und gehen somit für viele Generationen verloren.

Ganz nebenbei gehören Moore zu den größten natürlichen CO2-Speichern und binden ca. doppelt so viel CO2 wie alle Wälder dieser Erde. Beim Abbau gelangt dieses, seit Jahrhunderten gespeicherte Treibhausgas, leider ungehindert in die Umwelt.

Doch diese unnötige Belastung lässt sich leicht durch den Einsatz von torffreien Erden vermeiden.

Mit konventioneller Erde habe ich nie bessere Ergebnisse erzielt, daher ist es für mich nicht schwer, auf torfhaltige Erde gänzlich zu verzichten.

Exkurs Anzuchterde - torffrei oder normal?

Beide Varianten mit und ohne Torf funktionieren gut für die Aussaat. Unterschiede bei der Keimung und Wachstum habe ich nie festgestellt. Klassisch und am weitesten verbreitet sind nach wie vor Anzuchterden aus Torf.

Mittlerweile hat sich jedoch einiges getan und auch renomierte Hersteller führen Anzucht- und Gemüseerden, welche gänzlich auf Torf verzichten.

Welche Erde soll ich wählen?

Persönlich setze ich immer auf eine torffreie Alternativerde. Warum?

Der Abbau von Torf greift massiv in die Ökologie unserer Moore ein. Beim Abbau werden diese erst großflächig entwässert, abgetragen und gehen somit für viele Generationen verloren.

Ganz nebenbei gehören Moore zu den größten natürlichen CO2-Speichern und binden ca. doppelt so viel CO2 wie alle Wälder dieser Erde. Beim Abbau gelangt dieses, seit Jahrhunderten gespeicherte Treibhausgas, leider ungehindert in die Umwelt.

Doch diese unnötige Belastung lässt sich leicht durch den Einsatz von torffreien Erden vermeiden.

Mit konventioneller Erde habe ich nie bessere Ergebnisse erzielt, daher ist es für mich nicht schwer, auf torfhaltige Erde gänzlich zu verzichten.

Sei kreativ, es gibt noch viele weitere Möglichkeiten

Dies sind natürlich nur einige Möglichkeiten, Anzuchttöpfe selbst zu basteln. Mit diesen 3 Methoden habe ich gute Erfahrung gemacht und kann sie daher bedenkenlos weiterempfehlen.

Ebensogut lassen sich aber auch Konservendosen, alte Tee- und Kaffeetassen oder Einmachgläser für die Anzucht von frischem Gemüse nutzen.

Werde kreativ, im Haushalt gibt es noch viele weitere Möglichkeiten. Worin züchtest Du Deine Gemüsesamen an? Schreib uns Deinen Geheimtipp doch in die Kommentare!

Suchst Du noch nach passendem Saatgut für Deinen eigenen Gemüsegarten? Dann findest Du hier sicherlich die passenden Gemüsesorten. Das MycoGreens Gemüsesamen-Set ist der perfekte Start in den eigenen Gemüsegarten.

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