Pilze auf Holzstämmen züchten

Folgende Themen findest Du in diesem Artikel

Das benötigst Du

  • Holzbohrer (Ø 9 mm)
  • Bohrmaschine
  • Hammer
  • Wachs | Frischhaltefolie | Klebeband
  • Nagel | Messer

25 Pilzdübel reichen für 1 -2 Baumstämme

(50 cm lang, Ø max. 30 cm)

25 Pilzdübel reichen für 1 -2 Baumstämme

(50 cm lang, Ø max. 30 cm)

Das richtige Holz für die Pilzzucht

Alles beginnt mit der Wahl des richtigen Holzes. Grundsätzlich sind die meisten Laubhölzer wie Buche, Eiche, Birke sowie viele Obstbaumarten geeignet. Nadelholz ist nicht geeignet.

Der Holzstamm sollten frisch geschlagen und ca. 8 Wochen abgelagert werden, darf aber höchstens 6 Monate alt sein. Älteres Holz ist meistens schon mit Schimmel besiedelt und daher für die Pilzzucht unbrauchbar. Frischeres Holz enthält noch pflanzliche Abwehrstoffe gegen Pilze, welche sich erst bei der Lagerung abbauen. Als Schutz vor Austrocknung sollte die Rinde weitestgehend unbeschädigt sein. Ein Stammdurchmesser von 10 -30 cm ist optimal (Ausnahme: Shiitake und Leuchtpilz max. 15-20cm).

Um eine optimale Holzfeuchtigkeit zu erreichen, lässt Du das Holz vor dem Beimpfen für 1 bis 2 Tage wässern. Dazu muss das Holz vollständig mit Wasser bedeckt sein. Am besten gelingt dies, wenn Du das Holz in eine Wanne oder Fass legst und mit einem Stein beschwerst.

Der richtige Zeitpunkt für die Anlage

Der beste Zeitpunkt, um mit der Kultur auf Baumstämmen zu beginnen ist das Frühjahr nach den letzten Frösten. Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen steigt auch die Temperatur und das Speisepilzmyzel fängt an zu wachsen. Erst ab 10 °C nimmt das Wachstum Fahrt auf. Im Freien solltest Du die Kultur auf Holz bis spätestens September anlegen, damit sie den Winter gut übersteht.

Frisch bestückte Holzstämme sind nicht winterhart und benötigen einen frostfreien Lagerplatz.

Pilz-Hack

In einer frostfreien Garage oder im Keller kannst Du bereits im Winter die Holzstämme vorbereiten und direkt im Frühjahr auspflanzen. Die erste Pilzernte kommt dann früher.

Pilz-Hack

In einer frostfreien Garage oder im Keller kannst Du bereits im Winter die Holzstämme vorbereiten und direkt im Frühjahr auspflanzen. Die erste Pilzernte kommt dann früher.

Tipps & Tricks für die Pflege

Halte den Holzstammfeucht & vermeide Temperaturen über 30 °C. Optimale ist eine Temperatur von 12-25 °C. Je nach Temperatur und Pilzdübelanzahl dauert es etwa 6 bis 12 Monate, bis das Holz ausreichend durch das Pilzmyzel kolonisiert ist. In dieser Zeit ist eine gute Belüftung und hohe Feuchtigkeit des Holzstamms besonders wichtig, da der Stamm sonst zu stark schimmelt oder austrocknet. Das Holz solltest Du lieber etwas feuchter als zu trocken pflegen. Leichter Schimmelbefall (Stockflecken), häufig an den Schnittkanten, ist kein Problem.

Anleitung

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#1 Baumstamm circa 24 Stunden wässern

Der Baumstamm sollte frisch abgelagert, gesund und die Rinde weitgehend unbeschädigt sein. Kleine Macken sind kein Problem. Altes bzw. zu feucht gelagertes Holz erkennst Du an einem modrigen Geruch und Stockflecken. Nimm den Stamm und tauche ihn in einem Fass vollständig unter Wasser. Beschwere den Stamm mit einem Stein, damit er unter Wasser bleibt und nicht zu schwimmen beginnt. Lass das Holz für etwa 24 Stunden wässern.

Pilze auf Holzstämmen züchten 2

#2 Löcher ins Holz bohren

Nach dem Wässern kannst Du direkt die Löcher in den Stamm bohren. Nimm einen Holzbohrer mit Ø 9 mm (zur Not auch 8 mm). Bohr die Löcher wie im folgenden Schema dargestellt, ringsum in das Holz. Je gleichmäßiger Du diese verteilst, desto besser durchwächst der Stamm. Plane auch Dübel für die Schnittflächen ein! Achte darauf die Löcher langsam einzubohren, da der Bohrer sonst zu heiß wird, das Holz verkohlt und so für den Pilz undurchdringbar versiegelt wird.

Pilze auf Holzstämmen züchten 3

#3 Löcher mit Pilzdübeln bestücken

Nimm die Packung Pilzdübel und zerdrück den Inhalt, bis sich die Dübel wieder vereinzeln. Öffne die Packung und steck die Dübel in die erste Reihe mit Löchern. Schlag die Dübel vorsichtig ein. Sollten sich diese nicht vollständig im Holz versenken lassen, sind die vorgebohrten Löcher nicht tief genug und Du solltest die Löcher nachbohren.

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#4 Holzstamm durchwachsen lassen

Je nach Vorliebe kannst Du die Impflöcher nun mit Wachs verschließen, mit Klebeband umwickeln oder den gesamten Stamm in Folie einschlagen. Achte darauf, dass der Holzstamm feucht bleibt und Frischluft bekommt. Wenn Du den Stamm in Folie einschlägst, ritze mit einem Messer oder Nagel ca. 50 Löcher in die Folie. Je nach Pilzsorte dauert es bis zu 8 Monate, bis der Stamm ausreichend durchwachsen ist. Frisch bestückte Stämme sind frostempfindlich.

Pilze auf Holzstämmen züchten 5

#5 Stamm aufstellen & eingraben

Kommt an mehreren Stellen auf der Rinde das weiße Myzel zum Vorschein, ist der Stamm bereit um aufgestellt zu werden. Der ideale Platz ist schattig, feucht & windgeschützt. Entferne die Folie vom Stamm und grab ihn zu einem Drittel in die Erde ein. Alternativ kannst Du das Holz auch in einen Topf mit Erde einsetzen. So bleibt dieser mobil, Du kannst verschiedene Plätze testen und wärmeliebende Sorten (Rosenseitling) frostfrei überwintern. Jeder Pilzstamm bildet 2-8 Jahre lange immer wieder frische Pilze.

Pilz-Hack

Beim Start der Kultur im Frühjahr nach den letzten Frösten, kannst Du die Stämme direkt in den Boden eingraben, im Garten aufstellen und pflegen.

Pilz-Hack

Beim Start der Kultur im Frühjahr nach den letzten Frösten, kannst Du die Stämme direkt in den Boden eingraben, im Garten aufstellen und pflegen.

Pilze auf Holzstämmen züchten 6

#6 Pflege der Pilzkultur auf Holz

Die Pflege ist nicht besonders aufwändig. Ist der Platz gut gewählt, kannst Du den Pilzstamm sich selbst überlassen. Die Pilze wachsen von alleine heran – Pilze ernten nicht vergessen! An trockeneren Standorten und in starken Hitzeperioden im Sommer, solltest Du den Pilzstamm regelmäßig wie Deine Pflanzen auch gießen, um ein Austrocknen zu verhindern. Das Holz sollte sich an den Schnittflächen immer etwas feucht anfühlen. Beachte hierzu auch den Tipp am Ende dieser Seite.

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#7 Frische Pilze ernten & genießen

Sobald die Pilze mit dem Wachstum beginnen, vervielfältigt sich ihre Größe praktisch über Nacht. Die Pilze kannst Du in jeder Größe ernten. Das volle Aroma erreichen sie kurz bevor sie ihre Sporen freisetzen. Meistens wölbt sich dazu der Hutrand leicht nach oben und beginnt sich ins bräunliche zu verdunkeln. Schneid die Pilze mit einem scharfen Messer vom Stamm und entferne auch alle Überreste am Holz. Fertig! Viele Pilzsorten wachsen mehrmals pro Jahr zu frischen Pilzen heran.

Moospolster als Schutz & Gießindikator

Das Moos schützt den Stamm vor Austrocknung, dient als Gießindikator und sorgt für einen außergewöhnlichen Look. Fühlt es sich trocken an, solltest Du den Stamm wässern. Wenn Du kein geeignetes Moospolster zur Hand hast, kannst Du in die obere Schnittfläche mehrere Löcher einbohren (Ø 10 -20 mm). Dadurch sammelt sich Regen-und Gießwasser und das Holz bleibt länger feucht.

Pilz-Hack

Eine aufgeschnittene PET Flasche als Trichter in das eingebohrte Loch stecken, so kann das Wasser über einen längeren Zeitraum, gleichmäßig in den Stamm einsickern.

Pilz-Hack

Eine aufgeschnittene PET Flasche als Trichter in das eingebohrte Loch stecken, so kann das Wasser über einen längeren Zeitraum, gleichmäßig in den Stamm einsickern.

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